Geschichte

Seit 1545

Seit 1545 besteht die Apotheke „Zum goldenen Löwen“ – und ist damit nicht nur die älteste Apotheke, sondern auch das älteste Geschäft von St. Pölten.

Barocke Fassade der Apotheke zum goldenen Löwen in der Wiener Straße mit Pilastern und Giebel

Chronik

Fast fünf Jahrhunderte in Kürze

  1. 1545

    Viertel- und Landschaftsapotheke

    Erste Erwähnung der Apotheke. Als Viertel- und Landschaftsapotheke war sie für die Heilmittelversorgung der Region verantwortlich.

  2. 1607

    Das Sandsteinwappen

    An der Fassade erinnert das Sandsteinwappen an Apotheker Josef Königsdorffer – es zeigt einen gepanzerten Arm mit einer Axt.

    Sandsteinwappen mit der Jahreszahl 1607 an der Fassade
    Sandsteinwappen von Apotheker Josef Königsdorffer, 1607
  3. ab 1728

    Barockisierung

    Unter Johann Benno Hurlepain gestaltet Baumeister Joseph Munggenast (1680–1741), Neffe und Schüler von Jakob Prandtauer, die barocke Fassade. Aus dieser Zeit stammt auch die „Madonna mit der Sternenkrone“ in der Ecknische des Gebäudes.

    Historische Aufnahme der beleuchteten Madonna in der Ecknische über dem Schild „Apotheke“
    Madonna mit der Sternenkrone
  4. 1833

    August Hassack

    Der spätere Bürgermeister von St. Pölten, August Hassack (1803–1859), erwirbt die Liegenschaft.

    Gemaltes Porträt von Apotheker August Hassack
    Apotheker August Hassack (1803–1859)
  5. 1876

    Die „Hassack-Apotheke“

    Sein Sohn Oskar Hassack (1844–1918) fügt vermutlich im Zuge der Neunummerierung der Straßen seinen Namen zur Firmenbezeichnung hinzu.

    Historisches Foto: zwei Männer vor dem Eingang der Apotheke um 1900
    Szene mit Wachtmann (um 1900)
  6. 1921

    Die alte Offizin

    Letzte Umgestaltung der alten Offizin (Verkaufsraum), die um etwa 1800 möbliert wurde.

    Historisches Foto der alten Offizin mit Regalen und Verkaufspult um 1900
    Die Offizin (um 1900)
  7. 1999

    Der Arzneipflanzengarten

    Entlang der Fassade werden Heilkräuter in einem liebevoll beschilderten Arzneipflanzengarten präsentiert – ein viel beachteter Teil von Stadtspaziergängen.

  8. 2005

    Dritte Generation

    Apotheker Andreas Gentzsch übernimmt die Apotheke und renoviert sie gemeinsam mit seiner Frau, Architektin Monika Gentzsch, behutsam. Die antike Einrichtung aus Ahorn- und Kirschholz erstrahlt wieder in altem Glanz; die Gebäudesprünge wurden barrierefrei umgestaltet.

Das Haus

Barock am „scharfen Eck“

Das Gebäude geht im Kern auf das frühe 16. Jahrhundert zurück. Joseph Munggenast gestaltete die barocke Fassade mit dem prägnanten Mansardwalmdach. Pilaster mit Kompositkapitellen gliedern sie über einem gebänderten Erdgeschoß; die Fassaden in der Wiener Straße und der Kremser Gasse hält ein abgerundetes Verbindungsstück wie ein Scharnier zusammen.

Diese Kante – im Volksmund das „scharfe Eck“ – betont die barocke „Madonna mit der Sternenkrone“ mit ihrem Baldachin; das Original steht im Stadtmuseum. Die Hauptfassade in der Kremser Gasse schmückt ein Stuckornament im Frontgiebel.

Barockes Stuckornament mit Muschel und Rankenwerk im Giebel der Apotheke
Stuckornament im Frontgiebel (Foto: Tournasol7, CC BY-SA 4.0)
Barocke Madonnenfigur unter einem kupfernen Baldachin in der Ecknische der Fassade
Madonna mit der Sternenkrone in der Ecknische – das Original steht im Stadtmuseum (Foto: Tournasol7, CC BY-SA 4.0)

Kräuterapotheke

Ein Schatz an alten Rezepturen

Die Apotheke zum goldenen Löwen hat eine lange Tradition als Kräuterapotheke – davon zeugen alte Rezepturbücher und wertvolle Schriften. Im Dachgeschoß des Hauses befinden sich eine denkmalgeschützte Teekammer sowie antike Vorrichtungen zur Trocknung und Verarbeitung von Heilpflanzen.

Auch heute nehmen die Kräuter eine wichtige Stellung ein: Aus der Sammlung an Rezepten und Naturheilmitteln stellen wir individuelle Salben, Heilkräuterzubereitungen, Säfte und Einreibungen her.

Historische Teekammer mit hölzernen Laden im Dachgeschoß
Historische Teekammer der Apotheke

Kunst

Die Apotheke in der Kunst

Die Apotheke war und ist für viele Künstlerinnen und Künstler eine Quelle der Inspiration.

  • Alte Radierung des Apothekengebäudes
    Radierung (um 1750), Künstler unbekannt
  • Aquarell der Apotheke mit dem scharfen Eck
    Aquarell, Eduard Ferdinand Hofecker (1882–1938)
  • Kolorierte Tuschezeichnung der Apotheke
    Tusche coloriert, Walter Prinzl (1891–1927)
  • Tuschezeichnung der Apotheke zum goldenen Löwen
    Tuschezeichnung, Prof. Wilfried Zeller-Zellenbert (1910–1989)
  • Aquarell der Apotheke zum goldenen Löwen
    Aquarell, Prof. Fritz Küffer (1911–2002)
  • Radierung der Apotheke zum goldenen Löwen
    Radierung, Walter Aicher (1929–2010)
  • Tuschezeichnung der barocken Giebelfassade
    Tuschezeichnung, Gerhard Bradt (1935–1996)
  • Skizzenhafte Tuschezeichnung der Apotheke
    Tuschezeichnung, Robert Herfert (1926–2011)
  • Farbenfrohe Acryl-Collage mit der Fassade der Apotheke
    Collage mit Acryl, Michele Roccotelli (geb. 1946)
  • Grafik der Wiener Straße mit der Apotheke
    Grafik, Annette Engelmeier (geb. 1963)

Löwen-Apotheke · St. Pölten

Wir freuen uns auf Ihren Besuch

Wiener Straße 1, mitten in der Fußgängerzone · Mo–Fr 8–18 Uhr durchgehend, Sa 8–12 Uhr.

Mo – Fr 08:00 – 18:00 · Sa 08:00 – 12:00

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